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Leserbrief von Martin Stuber vom 3.6.2009
Denkstau im Kantonsrat
Die Tangenten-Befürworter operieren gerne mit dem Argument, diese Strasse reduziere den Stau. So zum Beispiel auf der Webseite der Baudirektion, wo zu lesen ist: «Heute müssen die Autofahrer die Zentren von Zug und Baar queren und stehen dort oft im Stau.» Versprochen wird dann eine Verbesserung dieser Situation.
Ein Blick auf die Belastungskarten mit den Modellrechnungen bestätigt dies leider nicht. Das Zuger Stadtzentrum wird nicht entlastet, der Norden von Zug sogar mehr belastet. Das Zentrum von Baar wird zwar etwas entlastet, aber nicht matchentscheidend. Und die schon heute überlastete grosse Kreuzung vor der Autobahnzufahrt im Neufeld erhält sogar erheblich mehr Verkehr – dort ist der Kollaps programmiert.
Nun hat der Kanton vor einigen Jahren für teures Geld eine wissenschaftliche Studie zu den «Stau- und Langsamfahrkosten im Kanton Zug» machen lassen. Die Studie kann auf der Webseite des Kantons heruntergeladen werden und liefert eine gute Grundlage, um Prognosen für die Situation beim Stau nach dem Bau der Tangente zu erstellen.
Genau darum ging es bei unserem Antrag für die zweite Lesung im Kantonsrat am letzten Donnerstag. Aber was tut die bürgerliche Mehrheit des Kantonsrates? Sie betreibt Diskussionsverweigerung und stimmt das Anliegen einfach nieder. Nicht einmal einen Bericht zur voraussichtlichen Entwicklung der Stau- und Langsamfahrkosten beim Bau der Tangente soll die Regierung erstellen. Es herrscht ein Denkstau im Kantonsrat, wenn es um die Tangente geht.
Wir vermuten, dass die Befürworter der Tangente sehr wohl wissen, dass dieses 200-Millionen-Projekt keine Verbesserung bei der Stausituation bringen wird. Dann sollten sie in der kommenden Abstimmungskampagne aber bitte auf dieses Argument verzichten.
Martin Stuber, Alternativ-Kantonsrat, Zug