
Komitee Grüne Lunge Zug Baar
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Leserbrief von Martin B. Lehmann vom 9.7.2009
Unerträgliche Leichtigkeit des Halbwissens
Bei der Abstimmung über die Tangente Zug-Baar geht es wahrlich nicht um eine Glaubensfrage, sondern um ein politisches Sachgeschäft, über das die Zugerinnen und Zuger entscheiden werden. Wie bei jeder anderen Abstimmung gilt es auch hier, die Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen. Leider stehen aber Kosten und Nutzen bei diesem 200 Millionen Franken teuren Strassenbauprojekt tatsächlich in einem diametralen Ungleichgewicht. Der effektive Gewinn für die breite Bevölkerung ist viel zu gering, denn die Tangente wird der Stadt Zug keine und Baar nur eine punktuelle Entlastung bringen und zerstört dafür den wertvollen Grüngürtel zwischen Zug und Baar unwiderruflich. Besonders ärgerlich ist das mantraartig von der Befürworterseite repetierte Argument, wonach die Anbindung des Berggebietes an die Autobahn von elementarer Bedeutung für die Berggemeinden sei, würden doch 35 Prozent der Automobilisten den direkten Weg auf die Autobahn suchen.
Ein Blick in die Kantonsratsvorlage zeigt aber schnell, dass die seinerzeitige Verkehrszählung am Talacher stattgefunden hat und die ganzen substanziellen Verkehrsströme nach Zürich und Richtung Kanton Schwyz dabei gar nicht erfasst wurden. Schlussendlich ist es de facto nur noch ein kleiner Teil der Automobilisten, welche effektiv direkt auf die Autobahn fahren. Und dass der für unsere Schwyzer Nachbarn attraktive Autobahnzugang zu einem substanziellen Mehrverkehr durch das jetzt schon verkehrsgeplagte Ägerital führen wird, liegt auch auf der Hand.
Dieses Bauprojekt wird den hohen verkehrspolitischen Zielen nicht einmal im Entferntesten gerecht und verdient am 29. November ein klares Nein.
Martin B. Lehmann, Kantonsrat SP Unterägeri