
Komitee Grüne Lunge Zug Baar
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Leserbrief von Hannes Vogel, Menzingen
Fakten sprechen klar gegen die Tangente
Der Leserbrief von Karl Betschart als Antwort auf Adrian Andermatt kann so nicht einfach hingenommen werden.
Zu Behauptung eins, dass 35 Prozent der Tangentenbenützer vom Berg seien: In dieser Prozentzahl sind alle Autofahrenden mit Kantonskennzeichen ZH, SZ, SG und weitere Auswärtige mitgezählt. Von Menzingen und aus dem Ägerital kommen weitaus weniger Benutzer.
Zu Behauptung zwei wegen der Erschliessung: Für die Autobahnerschliessung der Arbeitsplatzgebiete Göbli und Baarermatte braucht es die Etappe Margel–Inwil nicht.
Zu Behauptung drei, dass die Tangente eine wirkliche Entlastung für Baar und Zug bringe: Der Verkehr auf der Rigistrasse zwischen Inwil und Baar wird durch die Tangente zunehmen, und die Anwohner werden fliehen; die Industriestrasse würde massiv stärker als zuvor belastet werden.
Zu Behauptung vier, dass eine weitere Vernetzung des bestehenden Strassennetzes nötig sei: Unser Netz ist bereits punkto Dichte am Anschlag; wir vom Berg inklusive das Ägerital brauchen vor allem eine gezielte Entlastung der Zuger Neugasse durch den Stadttunnel. So kommt der öffentliche Verkehr besser durch, vor allem in Richtung Bahnhof.
Zu Behauptung fünf/sechs wegen der Stausituation und der Überlastung des Knotens Süd-/Weststrasse: Die Staus zu den täglichen Hauptverkehrszeiten werden so nicht verringert, da weiterhin der Verkehr über diesen Knoten Süd-/Weststrasse fährt.
Zu Behauptung sieben, dass die hohen Kosten der Tangente vor allem wegen ökologischer und lärmdämmender Massnahmen entstehen: Die Tangente macht die grüne Lunge zwischen Baar und Zug zu einem Lärm- und Gestankfeld und sie ist so für lange Zeiten(!) nicht mehr ein leicht erreichbares Erholungsgebiet. Ohne Lärmschutz und landschaftspflegerische Massnahmen (Schutzwände, usw.) wäre die Verschandelung dieser Landschaft sogar für die meisten Autofreaks unakzeptabel und hätte bei einer Abstimmung wenig oder gar keine Chancen.
Ende der Sechzigerjahre wollte jede Stadt eine Autobahn durch ihre Mitte haben. Wohin führte es in Luzern, Basel, Zürich, Bern …? Das vorliegende Projekt ist ein grosser Schandfleck für unseren kleinräumigen Kanton Zug. Alle noch so erdenklichen Massnahmen, Beteuerungen und Wiederholungen können über alle erdenklichen ökologischen Nachteile nicht hinwegtäuschen.
Fazit: Wurde in den ellenlangen Diskussionen zu diesem gigantischen Projekt je eine ethische Komponente auch nur angesprochen, zum Beispiel Bewahrung der Schöpfung, Parkhäuser ausserhalb der Agglomeration, öV …?
Hannes Vogel, Menzingen