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Komitee Grüne Lunge Zug Baar
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Leserbrief von Andy Doswald vom 29.9.2009

«Rigistrasse wird mehr Verkehr haben»

Dass man die Nordzufahrt im Moment so nicht kennt, ist nachvollziehbar, zeigt aber auch das Desintresse der auswärtigen Autofahrer bezüglich unseres Kantons. Ist doch egal, was die Zuger machen, Hauptsach, ich habe Arbeit und kann wieder schnellstens nach Hause. Was ich wiederum auch verstehe. Und doch wurde das Projekt nicht von einem Tag auf den anderen realisiert.

Also wenn man in Zug arbeitet, darf man schon verlangen, dass man weiss, was hier abläuft. Diese Nordzufahrt hat viel Leid für viele Betroffenen, gebracht. Jetzt geben wir uns also sehr grosse Mühe, ein enormes Verkehrsnetz auszubauen inklusive öV, und niemand nimmt es vorerst zur Kenntnis. Ich kann mir vorstellen, dass der Artikel von Wolfgang Holz unseren Bauherren nicht so gefallen hat. Denn die Abklärungen für den Arbeitsweg ergaben, dass ein Autofahrer zirka 5 bis 10 Minuten spart. Wow, genial. Wenn es dann die Pendler in den Griff bekommen haben, wird die Ersparnis wieder auf null sinken. Dafür wurde so viel Aufhebens gemacht? Sinnlos Land verschachert? Ich bin kein guter Rechner. Aber wieso fährt man nicht einfach 10 Minuten früher los?

Als ich noch pendelte, nahm ich immer einen Zug früher, damit ich mich absichern konnte, falls eine Panne passiert. Als Arbeitnehmer habe ich die Pflicht, pünktlich zu erscheinen. Die Autofahrer sind wahrlich Gewohnheitstiere. Jetzt dürfen sie nämlich 10 Minuten länger schlafen. Und ändern wird sich dadurch nicht viel.

Hinsichtlich der Nordtangente passiert dasselbe – es macht absolut keinen Sinn. Wenn gemäss Aussage unserer Bauchefin Andrea Sidler Firmen aus Zug ausgezogen sind, weil Mitarbeiter im Stau stecken blieben, dann haben die Firmen ein Problem mit ihren Leuten. Und die Firma ist es nicht wert, hier zu sein, wenn sie dies zu ihrer Problematik macht. Sollen sie doch Leute einstellen, die hier wohnhaft sind und den öV benutzen, wenn es ihnen so wichtig ist, dass sie pünktlich sind.

Geplante Liegenschaft?
Die Nordtangente ist auch so ein sinnloses Unterfangen, das ich nicht verstehe. Die Pro-Plakate für die Nordtangente verstehe ich schon gar nicht. Ich mag die Strassen wie jedermann auch. Aber alles in seinem Sinn. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr ist mir bewusst geworden, worum es hier wirklich geht. Ich wohne am Rosenweg in Baar. Vor ein paar Wochen fuhr eine schicke Limousine mit ausländischen Kontrollschildern vor. Ich spielte mit meinen Hunden und Katzen auf der Strasse, ich darf das hier noch tun. Der parfümierte, grau melierte Mann fragte mich: «Wo wird genau die Nordtangente gebaut? Und wo kommen dann die Liegenschaften zu stehen?» Tja, er weiss wohl mehr als ich. Es geht hier nicht um Strassen, es gut um Liegenschaften, die brachliege, wenn die Strassen kommen.

Ich werde die Kühe vor meiner Haustüre mit ihren Glocken vermissen. Die Pferde, die auf der Weide sind. Viele Menschen bezahlen viel Geld dafür, dass sie im Stroh schlafen können, wir Baarer haben es in natura. Bitte lasst es nicht zu, dass alles wegen 10 Minuten Fahrersparnis verbaut wird. Oder ist es fair, wegen der auswärtigen Arbeitnehmer alles zu verlieren, was wir haben? Und sie gehen nach Hause und haben ihr gewohntes Umfeld. Legt bitte ein Nein in die Urne, es darf so nicht geschehen, nicht auf Kosten der Natur und der Ruhe. Baar ist schon lange nicht mehr wie früher – damit kann ich leben –, aber ein bisschen Natur muss bleiben, dies darf uns nicht weggenommen werden. Wegen 10 Minuten?

Andy Doswald, Baar

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